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Tipps für die kalte Jahreszeit

Snow is falling, all around me... Während man vor Weihnachten noch sehnlichst auf den Schnee hofft und vor Entzückung quietscht, sobald er das erste Mal fällt, stellt sich nach ein paar Tagen doch die knallharte Ernüchterung ein. Denn die traumhafte Kulisse von schneegezuckerten Bäumen, strahlendem Sonnenschein und man selbst im stylischen Winteroutfit mit einem gut gelaunten Pony mittendrin ist...eben nur ein Traum. Die sonnigen Schneetage sind viel zu selten. Dafür bekommt man Schneesturm Egon, Eisregen, Michelin-Outfits (wer achtet bei -15 Grad noch auf´s Styling? Da werden so viele lange Unterbuxen aus dem Schrank geholt, wie man tragen kann. Michelin-Männchen-Style eben) und fest gefrorene Pferdeäpfel, die so standhaft auf dem Paddock kleben, als hätte man Super-Glu verwendet. 

Pferdetraining im Winter, Shetty, Pferd, Schlitten
Bad hair day? Eher Schneesturm Egon. Da kann die Frisur einfach nicht sitzen.

Was also bleibt einem zwischen all dem Jammer über den eisigen Wind, die dicken Klamotten und die glatten Straßen? Wer nun den Master-Plan erwartet, den muss ich enttäuschen. Letztlich bleiben nämlich nur zwei Dinge: gute Laune und ein klein wenig Einfallsreichtum. Wer weiß schon, wie lange das olle Ätz-Wetter anhält? Ich weigere mich schlicht und ergreifend, die nächsten Wochen miesepetrig zu verbringen. Hier kommen unsere Gute-Laune-weil-mies-gelaunt-ist-ja-auch-kacke-Wintertipps:

Sehe ich da etwa Sonne?! Die Gute muss sich wohl für einen Kurzurlaub auf der heimischen Koppel entschieden haben. Betonung liegt auf "KURZ".

These boots are made for walking...

and that´s just what they´ll do. Laaalaaaa! Was spricht eigentlich gegen einen ausgedehnten Winterspaziergang? Solange die Wege nicht spiegelglatt sind: absolut gar NICHTS! Also rein in die warmen Winterstiefel und nichts wie raus in´s Gelände! Und wenn man selbst läuft, wird es einem - im Gegensatz zum Reiten - auch gleich muckelig warm. Ich gebe zu, das erfordert zuweilen echte Überwindung. Aber hey, was soll´s? Wenigstens kann man sich sicher sein, dass einem die wunderbare, stille Schneelandschaft ganz alleine gehört. Der Rest der Menschheit weilt nämlich auf dem heimischen Sofa. Und wenn alles nichts hilf?! Einfach Nancy Sinatra trällern - damit MUSS man einfach Lust auf einen Spaziergang bekommen.

Shetty, Winterlandschaft, Beschäftigung
Frostblumen am Stromband. Herrlich. Diesen Anblick darf man dann auch ganz alleine und in Ruhe genießen.

Schlitten-Gaudi!

Um der Tristesse der weißen Landschaft zu entgehen, hilft auf jeden Fall eine vergnügliche Schlittenfahrt! Wenn einem der Fahrwind um die Nase weht, vergisst man schnell, wie kalt und ungemütlich es doch eigentlich ist. Yeehaw! 

Zwar keine Sonne, aber trotzdem spaßig!

An dieser Stelle ein dicker, fetter mahnender Zeigefinger in Form einer Anmerkung zur Sicherheit. Kaum fallen die ersten Flocken, kommen viele Pferdemenschen auf die Idee, mal eben den Kinderschlitten hinter das Pony zu hängen. Ja, Schlittenfahren ist eine mega Gaudi. Aber nein, "einfach so" sollte bitte niemand den Schlitten hinter das Ponakel hängen. Man will die Gaudi ja schließlich überleben.

Das flitzende Schneepony ist im Idealfall ein Fahrpony (wie Lilly-Lou) oder kennt zumindest Fahren vom Boden inklusive Gewicht, d.h. Zug auf dem Brustblatt. Zugpferde brauchen passende Geschirre - bitte knotet keine Deckengurte oder ähnliches zusammen oder hängt den Schlitten gar an einen Voltigiergurt. Der Zug soll auf das Brustblatt (oder Kummet) und nicht auf das Selett wirken! Auch ein Ortscheit am Schlitten ist ratsam. Zu guter letzt: Mit so einem Kinderschlitten, wie ich ihn benutze, würde ich keine stundenlangen Ausfahrten machen. Im Gegensatz zur Kutsche hängt er nämlich nicht an einer Gabel, die an den Trageösen des Seletts befestigt wird, sondern direkt an den Zugsträngen. Ergo: Die Druck- und Gewichtsverteilung ist ganz anders als bei einer Kutsche. Für eine kleine, flotte Runde oder auch zwei über die Schneewiese kann ich das mit mir vereinbaren - aber nicht für Distanzfahrten. In diesem Sinne: Safety first!

Back to the basics!

Wir haben einen Reitplatz. Nicht überdacht. Bei Frost- und Schneewetter sind die Trainingsbedingungen denkbar mies. Aber irgendwie auch nicht. Schließlich kann man sich endlich wieder die Zeit nehmen, an den Basics zu arbeiten - und das geht auch in der Stallgasse. Für Clicker-Junkies bieten sich z.B. Höflichkeistraining oder Sessions zum freien Putzen an. Aber auch einige Tricks kann man auf kleinem Raum trainieren - z.B. das Apportieren, Lachen oder Nein-Sagen. Damit bleibt das Pony-Köpfchen fit! 

In diesem kleinen Video (jaaaa- schlechte Qualität, weil mit dem schnell gezückten Handy gefilmt) siehst Du, wie wir uns mit dem Clicker vergnügen. Es lag zwar noch kein Schnee, aber der Boden war schon gefroren und die Temperaturen fast im zweistelligen Minusbereich (yeah! Michelin-Männchen-Look!). Trainingsziel war, dass Lilly die Quadratvolte im Schritt selbständig und innerhalb der Gassen läuft. Wir sind hier bei unserer zweiten Trainingseinheit. 


INFO

Ich persönlich bin ein Clicker-Fan! Hier gibt es auch einen Bericht zum Kurs mit positiver Verstärkung. Und für die lauschigen Abende auf dem Sofa kann ich Dir hierzu ein paar wirklich gute Bücher empfehlen!


Tja, alles Schlechte hat auch etwas Gutes. Das Wetter kann einen dazu bringen, mal wieder an der Basis zu arbeiten oder kleine Übungen für schlaue Pony-Köpfe zu trainieren. Also: Alles halb so schlimm!

Und wenn nichts mehr hilft?

Als Selbstversorger kennt man sie nur zu gut: die Tage, die einfach zu ekelig sind. Schon allein die Autofahrt zum Stall wird zur nervenaufreibenden Schlitterpartie, für das Abäppeln benötigt man einen Eispickel, der Weg zum Misthaufen entpuppt sich als lebensgefährlich glatt. Und eigentlich will man nur noch nach Hause - in die warme Badewanne. Was dann hilft? Sich einfach mal an den Ponys erfreuen - das hebt die Laune. Die Flauschekugeln im Eisbär-Look haben nämlich ihren Spaß im Schnee - und sehen ultra ulkig aus:

Moment mal. War da nicht noch was? Ja, richtig! Im Sommer haben wir uns auch über das Wetter beschwert.  

Da bleibt mir nur zu sagen: Bleibt gut gelaunt - in jeder (Wetter-)Lage! 

Be shettylicious! Ruth vom Team Shetty-Sport


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